Saison

FC St. Pauli – mehr als nur ein Fußballverein

Anfang Oktober wurde der FC St. Pauli in der Schweiz von der Football is More Foundation mit dem Role Model Award für sein besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Wie zuvor bereits Vereine wie der FC Liverpool, Arsenal London und auch Werder Bremen, wurde der Zweitligist für seine unternehmerische Sozialverantwortung in der Kategorie „Soziale Abteilung eines Fußballvereins“ geehrt. Der Technische Direktor Ewald Lienen und Christian Prüß nahmen die Auszeichnung im schweizer Ort Brunnen im Rahmen einer Galaveranstaltung entgegen.

Grund für die Ehrung ist das Projekt Kiezhelden des FC St. Pauli. Hierbei handelt es sich um eine Plattform für soziale Projekte, auf der zur Unterstützung finanzieller Natur aufgerufen werden kann. Dabei geht es natürlich in erster Linie (aber nicht nur) um den Hamburger Kiez und Aktionen, die das kulturelle Leben bereichern, den (sportlichen) Nachwuchs stärken oder aber Verbesserungen für das Leben und Arbeiten auf St. Pauli mit sich bringen. Mit seinem Engagement beweisen die Hanseaten in der Tat, dass Fußball mehr sein kann, als wofür der Verein bei den Wettanbietern bekannt ist und das bei einem guten Verein neben dem flinken Fuß und dem Köpfchen auch das Herz gefragt ist.

Die Vielfalt der Projekte ist weitreichend. So gibt es persönliche Herzensangelegenheiten des Vereins wie Fanräume, also bestimmte Räume im Millerntor-Stadion, die mit Bühne, Tanzfläche und Tresen sowie Konferenzraum ausgestattet sind und von Fans, Vereinsabteilungen, Gremien und Initiativen aus dem Umfeld des FC St. Pauli und dem Stadtteil genutzt werden können. Dazu gehören aber auch politische Aktionen wie „Laut gegen Nazis!“ oder die Partizipation an weltweiten Projekten wie „Viva con Agua“.

Das letzte Projekt wurde zusammen mit der Welthungerhilfe durch den ehemaligen FC St. Pauli Spieler Benjamin Adrion aufgezogen. Adrion spielte von 2004 bis 2006 für die erste Mannschaft des Vereins und anschließend zwei weitere Jahre für die zweite Mannschaft. Bei einem Wintertrainingslager im Jahr 2005 auf Kuba erlebte er die problematische Trinkwasserversorgung. Aufgerüttelt von den Zuständen wollte er helfen rief das Hilfsprojekt ins Leben. In der Folge konnten in einer ersten Aktion in Havanna 153 Kindergärten und vier Sportinternate mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Von diesem Erfolg beflügelt, wurde das Projekt ausgebaut und inzwischen engagiert sich die Initiative in aktuell fünfzehn Ländern, insbesondere in Ostafrika. Adrion wurde für sein Engagement verdientermaßen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Damit beweist der FC St. Pauli sein besonderes soziales Verantwortungsbewusstsein weit über den Sport und auch weit über den Kiez hinaus und wurde dementsprechend zu Recht für sein herausragendes Engagement ausgezeichnet.